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Prayers and
Wishes
PRAYERS IN
GERMAN 2009 |
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Mehr Gebete
aus Palästina, gesammelt von AEI Bethlehem
(übers.: Gerhilde
Merz)
Mein Gott – Gott
der Muslime, Christen und Juden und aller Volker
dieser Erde! Ich flehe dich an in dieser
schwierigen Zeit, während mein Volk in Gaza Tod,
Vertreibung und Zerstörung erfährt. Ich bitte
dich, gib ihnen mehr Geduld, sumud oder
Spannkraft und Einigkeit untereinander, um ihren
nationalen Kampf und Widerstand auf einem Weg zu
Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden, Sicherheit und
einem Ende der Besatzung weitergehen zu können.
Herr, erhöre mein Gebet,
Amen Rania und ihre
Kinder, Bethlehem
Ich bete für die
Christen und Moslems in Gaza: Möge der
allmächtige Gott ihr Elend, ihren Tod und ihr
Leiden beenden. Herr, gib meinen Schwestern und
Brüdern in Gaza einen stärkeren Glauben, damit
sie auch dann geduldig sein können, wenn ein
Ende des Krieges gegen sie noch nicht
auszumachen ist.
Fuad und George, Bethlehem
Oh, mein Gott, Oh
Jesus Christus! Säe in mein Herz und in die
Herzen der Menschen in Gaza Liebe und Frieden,
damit sie dich und einander mehr lieben können,
wie du geheißen hast. Durch deinen Frieden und
deine Liebe, oh Gott, werden Sieg, Freude,
Sicherheit und Frieden überwiegen anstatt
Besatzung, Tod und Teilung. Lord, höre mein
Gebet. Yusef und
seine Geschwister
Gott, hab’
Mitleid mit unseren lieben Geschwistern,
Christen und Muslimen, die man um der Freiheit,
der Gerechtigkeit, des Friedens zu Märtyrern
gemacht hat, und beende Besatzung und Krieg.
Herr, höre unsere Gebete.
Jugendgruppe, Bethlehem
Oh Gott, hab’
Mitleid mit uns, rette uns vor allem Bösen und
allen Kriegen. Oh Gott, gib uns Liebe und
Frieden und lass Harmonie wachsen unter deinen
Geschöpfen. Amen
Nabil Alusari,
Griechisch-katholische Schule, Ramallah
Oh, Jesus
Christus, unser Herr und Retter! Hilf allen
Kindern an allen Ecken dieser Erde, besonders
denen in unserem Heiligen Land. Sei barmherzig
mit den Führern dieser Welt, so dass sie
Konflikte und Kriege beenden können. Oh Heiland,
gib uns Ruhe und Frieden, Amen
Khalil Al Souri, Griechisch-katholische
Schule, Ramallah
Mein Gott, ich
liebe dich aus meinem tiefstem Herzen, Seele und
Gemüt. Um deiner Liebe willen lass auch mich
alle Menschen lieben.
Jalil Al Akra’, Griechisch-katholische
Schule Ramallah
Wir beten und
wenden uns an alle, die an einen gerechten
Frieden glauben, um Frieden in unserem Land, im
Land Palästina, damit wir unsere Rechte genau so
haben können wie alle Kinder dieser Welt.
Dalia Al Malki, Griechisch-katholische
Schule, Ramallah
Ich weine und
schreie zu dem, der meinen Kopf abgeschlagen
hat: Ich bin ein menschliches Wesen, ein
menschliches … ich weine und sage ‚Ich habe das
Recht, in Sicherheit zu leben’
Tala Al Malki,
Griechisch-katholische Schule, Ramallah
Oh Gott, hilf den
Menschen in Gaza, dass sie erlöst werden von den
täglichen Tötungen.
Barmherziger
Gott, hab Erbarmen mit den Massakrierten und
Verwundeten!
Mais Ayyad, Regierungsschule in
Bethlehem
Friedenskönig,
öffne die Augen der Besatzer, damit sie
aufhören, unschuldige Zivilisten zu töten.
Gott des
Friedens, steh den Familien bei, die ihre Kinder
verloren haben.
Oh Gott, steh den
Helfern bei, den Lebensrettern und Ärzten, die
sich um die Verwundeten kümmern.
Gott der Liebe,
schütze alle Völker dieser Erde. Sari
Handal, Terra Sancta Schule, Bethlehem
Oh Gott, vergib
den Besatzern, denn sie wissen nicht, was sie
den unschuldigen palästinensischen Zivilisten
antun.
Gott, ich bitte
dich, lass deinen Frieden im Heiligen Land
aufblühen, gib Heilung und Genesung den
Verwundeten.
Barmherziger
Gott, gib den unschuldigen Toten deine
Barmherzigkeit und Ruhe.
Issa Handal, Terra Sancta Schule, Bethlehem
Mein Gott, hilf
den Zivilisten in Gaza.
Mein Herr, hab
Erbarmen mit den Märtyrern.
Oh Gott, heile
die verwundeten Menschen. Paulette
Salameh, St. Josefs Schule, Bethlehem
Oh Gott, du
Größter im Himmel und auf Erden. Du kennst diese
Erde so gut wie den Himmel. Du weißt, was bei
uns geschieht in unserem Palästina und im Gaza.
Wie können alle diese Scheußlichkeiten passieren
in diesem heiligen Land ?
Wir rufen dich
an, barmherziger Gott, schütze und rette unser
Volk und alle Menschen in dieser Welt. Ich
möchte ein Märtyrer sein an der Stelle aller
jener getöteten unschuldigen Kinder, die zu
jeder Stunde ihr Leben aushauchen. Möge dieser
Schmerz und dieses Leiden doch aufhören. Ich
bitte um dein Dazwischentreten.
Abdu al Dajani, Regierungsschule, Bethlehem
Mein Gott, ich
fordere dich auf, erfülle meine Wünsche: Ich
wünsche, dass alle diese Kinder, die ihre Eltern
verlieren, zu weinen aufhören. Ich fordere dich
auf, Gott, beende dieses Blutvergießen.
Mein Gott,
schütze und rette den Rest deines Volkes.
Hilf uns, Gott,
die Tränen der Mutter wegzuwischen und ihr
Weinen um die verlorenen Kinder zu stillen.
Hilf uns, oh
Gott, friedlicher zu sein, freundlicher,
liebender und vergebender.
Verwandle diese
Welt in einen Himmel deines Friedens.
Hanan Hemdah, Regierungsschule Bethlehem
Ich wünsche mir,
dass der Friede einziehe in dieses Land des
Friedens.
Gott des
Friedens, ich bete zu
dir.
Milad Qumsiyeh, Beit Sahour
Möge der
allmächtige Gott Erbarmen haben mit denen, die
in Gaza getötet und verwundet wurden.
Gott der Liebe,
möge die Belagerung unserer geliebten
Mitmenschen in Gaza vorüber sein.
Gott der
Barmherzigkeit, nimm die Rachegelüste aus den
Herzen der israelischen Besetzer und ende damit
ihre Besatzung.
Beende ihre
Aggression gegenüber unserem
Volk.
Raed Khader, Bethlehem
An unser Volk
in Gaza:
Seid tapfer und
standhaft gegenüber dieser Aggression und diesem
Krieg.
Gott wird euch
den Sieg geben, Gerechtigkeit, Frieden und
Freiheit.
Seid überzeugt,
dass wir in Bethlehem und in der ganzen Westbank
mit euch sind in eurer heldenhaften
Standhaftigkeit.
Kein weiteres
Wort kann da hinzugefügt werden als: Gott sei
mit euch!
Oh Gott, hilf dem
Volk in Gaza, heile seine verwundeten
Freiheitskämpfer und Unschuldigen.
Führe die Israeli
dazu, ihre Besatzung, ihre Unterdrückung und
Ungerechtigkeit gegen das palästinensische Volk
zu beenden.
Meine lieben
Brüder und Schwestern in Gaza: Gott möge euch
segnen, trösten und stärken in eurem nationalen
Kampf für Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und
Sicherheit.
Oh Gott, nimm das
Gewicht des Leidens vom Volk von Gaza hinweg.
Gib ihnen Frieden und Ruhe, und lass sie den
Sinn des Lebens schmecken. Gib ihnen Kraft,
selbst aufzustehen und die Fähigkeit, für ihre
Kinder zu sorgen. Gott segne uns alle.
Amen
Jenny Baboun, Bethlehem
Worldweek –Gebete aus Bethlehem
Gesamelt bei LehrerInnen und SchülerInnen in
Bethlehem von AEI
Wünsche für Gaza
Wir
sind Kinder aus Bethlehem, Westbank, Palästina.
Wir wohnen in der Nähe der Geburtskirche, dem
Ort, wo Jesus Christus geboren wurde; unweit
davon ist die Milchgrotten-Kirche, wo Maria das
Baby Jesus gestillt hat. Während der
Weihnachtszeit haben die Leute in Bethlehem
Wünsche und Gebete von allen Kontinenten
erhalten und wir wollen Euch jetzt bitten, das
wertvollste Geschenk anzunehmen: die Liebe
Gottes, wie sie von den Engeln den Hirten von
Bethlehem verheißen wurde. Wir lieben Euch wie
ER uns alle geliebt hat.
Mitglieder der Jugendgruppe, Bethlehem
Eine
internationale Friedensaktivistin sagte uns,
warum sie nach Bethlehem zurückkehren wollte:
„Es ist wegen der Menschen in Gaza. Es ist ihr
Geist, ihr Mut, ihre Spannkraft (sumud), ihr
Freundlichkeit und Wärme, Gastfreundschaft,
Liebe und ihr Widerstand gegenüber der
Besatzung, die mich zurücktreiben.“
Elias,
Lehrer in Beit Sahour
Oh
Lord, hebe das Gewicht des Leidens von den
Menschen in Gaza weg. Gib ihnen Frieden und Ruhe
und lass sie den Sinn des Lebens schmecken. Gib
ihnen Stärke, um für sich selber stehen zu
können und die Fähigkeit, für ihre Kinder zu
sorgen. Gott, segne uns alle, Amen
Sylvana
Giacaman, Bethlehem
Die
nachfolgenden Gebete und Herzensschreie über
„Frieden“ sind von der 11. Klasse der Terra
Sancta Schule in Bethlehem
1. Für
einen palästinensischer jugendlicher Studenten,
der im besetzten Gebiet lebt, ist es irgendwie
zu kompliziert geworden bei der verkorksten
Einstellung zum Frieden in Israel über „Frieden“
zu reden. „Frieden“ wurde ein Gut, das die
israelischen Politiker kaufen und verkaufen, um
ihren Hunger nach neuen Siedlungen und Land zu
befriedigen. Umgekehrt verlangt man von uns,
uns an ihren Frieden zu halten, was in
Wirklichkeit Übergabe bedeutet. Für einen
wirklichen Frieden sollten wir die Mauer
wegnehmen und nach richtige Aktionen fordern,
die eine faire Lösung für die Palästinenser wie
auch für die Israeli herbei bringt, und auf
jeden Fall die Verletzung des Eigentums der
anderen komplett verbietet.
2. Ich
bin ein palästinensischer Student in der Stadt
Bethlehem und bin in der 11. Klasse. Ich wünsche
und bete, dass der Frieden möglich ist. Aber bis
jetzt gibt Israel uns nicht unsere Rechte als
Palästinenser. Sie unterwerfen sich keinen
Regeln. Es gibt so viele Hindernisse für den
Frieden: die Mauer, die israelische Kontrolle
über Jerusalem, ihre Versuche, das Aussehen der
Stadt so zu verändern, dass sie jüdisch wird,
die vielen Gefangenen in israelischen
Gefängnissen, die Flüchtlinge, die Massaker und
illegalen Praktiken der israelischen Armee gegen
Palästinenser, das Bauen von noch mehr
Siedlungen, die illegalen Checkpoints. All das
bringt keinen Frieden. Die Palästinenser wollen
den Frieden trotz all des Leidens, aber die
Israeli sehen die Frieden als unmöglich. Die
israelische Regierung akzeptiert die Genfer
Vereinbarungen nicht, die uns eine Menge unserer
Rechte bringen würden. Die Israelis tun nichts
an der Basis, um den Friedensprozess vorwärts zu
bringen.
Trotzdem bete ich um Frieden.
3.
Meiner Meinung nach als Student der Terra Sancta
High School in Bethlehem werden wir keinen
Frieden sehen. Jeden Tag schauen wir auf die
Trennungsmauer, die uns umgibt wie ein
Gefängnis. Wir können die heiligsten Plätze der
Welt nicht sehen, wie die Grabeskirche oder den
Felsendom . Ich bin 17 Jahre alt und ich kann
die meisten Städte in Palästina nicht erreichen,
die nur ½ Stunde entfernt liegen, aber ich kann
andere entfernte Städte (im Ausland) aufsuchen.
4.
Frieden ist vielleicht das Notwendigste in
unserem Land, aber, obwohl er sehr wichtig ist,
können wir ihn nirgends finden. Frieden ist wie
ein Ziel, das wir nicht erreichen können. Wie
können wir Frieden machen und friedlich und
sicher leben bei der Existenz der
Trennungs-mauer und der Siedlungen, wo immer wir
uns hin wenden. Wie können wir Frieden machen,
wenn sie uns in Zonen und Territorien trennen,
als wären wir in einem großen Gefängnis.
All das
muss verschwinden. Dann sind da noch die
Barrieren und Checkpoints. Die Leute können
nirgends nach außen gehen ohne Erlaubnisschein
(falls man einen solchen bekommt!) Wir können
nicht die einfachsten Dinge in Israel tun ohne
Erlaubnis. Als Student im besetzten Gebiet von
Bethlehem, was willst du? Du kannst nicht einmal
ans Meer, das von deinem Wohnort nur 18 km
entfernt ist. Alles das muss festgehalten und
gelöst werden, vorher kann ich nicht um Frieden
beten.
5. Ich
glaube, Friede ist wie wir leben. Darauf
vertraue ich. Aber die Israelis benutzen den
Frieden gegen uns. Sie verändern seinen Sinn, so
dass er zum Slogan wird, mit dem man lügen und
manipulieren kann. Sie müssen mit der
Trennungsmauer aufhören, die unsere persönlichen
Rechte wegnimmt. Im besetzten Land leben als
Student und Palästinenser ist wie in einem
Gefängnis leben. Wir können unser Leben nicht
retten. Wir können es nicht leben wie wir
wollen. Das ist unser Schicksal, unser Leben.
6. Ich
bete um einen Frieden mit Freiheit mit dem
Recht, meine Religion auszuüben und mein Land zu
besitzen ohne die Erfahrung, dass sie unser Land
konfiszieren, um darauf Siedlungen zu bauen oder
von unserem Land durch die Trennungsmauer
abgeschnitten zu werden. Ich bete darum, dass
wir in einer friedlichen Welt mit den Israelis
leben können, aber sie sollten das Land an die
Eigentümer zurückgeben. Sie sollten ihre
Siedlungen zerstören und die Barrieren und die
Checkpoints wegräumen, die die Menschen
beschimpfen, die von einem Ort zum anderen gehen
müssen. Palästina ist die Stadt der Oliven und
der Olivenzweig ist das Symbol für Frieden. Als
Student wünsche ich mir den Frieden, um in einer
ruhigen Welt ohne Kriege zu leben.
7. Ich
kann „Frieden“ gar nicht denken! Welchen
Frieden? Die reden von einem Frieden zwischen
Palästina und Israel, aber davon gibt’s nichts.
Die Leute reden von Menschenrechten, aber die
hat man gestohlen. Wenn sie Frieden und
Menschenrechte haben
wollen,
müssen sie die Trennmauer niederreißen und die
Checkpoints wegräumen, denn jeder Meter ist
einer. Zuletzt müssen sie den Felsendom schützen
und die Grabeskirche. Zum Schluss: Ich glaube
nicht, dass es einen Frieden geben kann oder was
Ähnliches.
8.
Friede! Welch ein herrliches Wort! Ich wünsche
mir, in unserem Land Palästina Frieden zu sehen.
Dazu sollten sie die Trennungsmauer wegräumen
und die Checkpoints, und uns unsere Rechte
geben. Sie haben sogar unsere Erde genommen und
unser Land, aber wir wollen nur unser Recht auf
ein Leben in Frieden. Wenn uns die Israelis
Frieden gebe, so hoffe ich auf wirkliche
Aktionen und nicht nur Worte und Slogans.
9. Als
Student der 11. Klasse möchte ich einen Frieden
sehen, der Freiheit bedeutet, frei zu leben ohne
die Angst , was die Israelis tun werden. Was wir
täglich sehen ist, dass die Israelis jeden Tag
neue Leiden für das palästinensische Volk
bringen. Mit der Errichtung der Trennungsmauer
wollen sie auch verhindern, dass wir unsere
heiligen Stätten, den Felsendom und die
Grabeskirche, erreichen. Ich denke, dass Frieden
zwischen Palästinensern und Israelis nie
Wahrheit werden kann, so lange die Israelis
unser Volk massakrieren.
10.
Frieden ist alles, was wir brauchen, denn wir
möchten in unserer Gesellschaft sicher leben.
Bethlehem ist ein besetztes Land. Durch die 300
Checkpoints rund um die Westbank können die
Einwohner der Westbank ihre Hauptstadt
(Jerusalem) nicht erreichen. Ich möchte Frieden,
denn ich möchte mein Leben glücklich leben wie
jedermann in dieser Welt.
11.
Friede heißt, dass jeder Bequemlichkeit und
Sicherheit haben sollte, und an einem Ort leben
kann, der friedlich ist und angstfrei. Als
Palästinenser stehen wir vis-à-vis der
Verletzung unserer Rechte und unserer Länder
durch die Besatzung. Heute werden unsere
religiöse Zeremonien unmöglich gemacht und wir
leben in einem Käfig. Glaubt ihr, dass wir bei
allem dem Frieden in Palästina haben?
12. Wir
haben immer vom Frieden gehört und von einem
Leben in einer Welt voller Frieden, aber
heutzutage ist Frieden nur ein Slogan ohne
realem Grund. Den Palästinenser wird nicht
erlaubt, Rechte zu haben. Sie leben unter
ständigem Druck und ihre Beziehungen zur Welt
draußen sind eingefroren. Wenn irgendein
Palästinenser sein heiliges Land besuchen
möchte, sieht er Checkpoints und die
Trennungsmauer, die die Rechte der Palästinenser
verletzt.
Als
Schüler glaube ich, dass, wenn wir Frieden haben
wollen, zuerst der Siedlungsbau eingestellt
werden muss und die Trennungsmauer weggeräumt,
damit wir nicht in dieser grausamen Situation
leben müssen. Dann sollte das palästinensische
Volk alle seine Rechte erhalten.
13. Als
palästinensischer Schüler glaube ich, dass ich
früher den Mond erreiche als den Frieden mit den
Israelis. Wie können wir Frieden haben mit einem
Land, das unser Land besetzt? Wie sollen wir
Frieden haben, wenn wir in einem Gefängnis leben
–der Trennungs-mauer? Frieden heißt Freiheit,
ohne auf Checkpoints zu treffen, wenn man zur
nächsten Stadt in meinem Land kommen will.
14. Die
Palästinenser fühlen, dass sie im Gefängnis
sitzen. Jeden Tag beten mit tiefster Inbrunst,
dass wir ein bisschen Frieden in unserem
geschüttelten Land haben können. Frieden heißt
frei zu leben ohne Checkpoints, Trennungsmauer
und Siedlungen, ohne Verletzung der
Menschenrechte. Palästinensische Studenten
fühlen sich schrecklich, wenn sie in diesem
Käfig zwischen Checkpoints stecken. Frank, als
Student im besetzten Land von Bethlehem denke
ich, dass Frieden nie wahr werden kann und den
derzeitigen Bedingungen – aber wir können davon
träumen.
15.
Frieden – Das ist ein Wort für friedliche Leute.
Ich als Student, und nicht nur ich, sondern alle
Studenten, wünschen sich Frieden. Wer möchte
nicht in Frieden leben? Aber hier in Bethlehem
wünschen wir den Frieden und beten darum. Aber
wir werden ihn nicht bekommen, ehe wir frei
sind. Aber wir können unsere Freiheit nicht
haben, weil wir von den Israelis besetzt sind.
Aber wir werden weiter fordern, beten, schreien,
sodass unsere Stimmen über die Trennungsmauer
hinüber schallen, bis wir unsere Freiheit haben.
Erst dann werden wir in Frieden leben. Wir
wollen nicht aufhören, bis wir unsere Freiheit
haben. Jetzt gerade nimmt man uns unser
einfachstes Recht: uns von einer Stadt in die
nächste zu bewegen. Wir fühlen uns, als wären
wir in einer Welt, und alle anderen Leute, und
alle anderen Städte leben in einer anderen Welt.
Wie können wir Freiheit haben und friedlich
leben, wenn man uns die einfachsten Rechte
vorenthält.
16.
Frieden ist eine sehr schöne Sache. Alle
Menschen wollen Frieden, aber es ist sehr
schwierig, den Frieden zu realisieren. Das
palästinensische Volk wünscht sich Frieden, aber
wir leben in einem Käfig und sind von der
Trennungsmauer umgeben. Das Leben der Menschen
hat keine Stabilität.
17.
Frieden ist nicht nur ein Wort. Er hat sehr
viele tiefe Bedeutungen. Wir müssen daran
glauben, aber zugleich denken wir nicht, dass
Frieden möglich ist, weil man uns unsere Rechte
als Menschen weggenommen hat: in andere Zonen
gehen, Verwandte besuchen, unsere Zukunft bauen.
Wir leben in einem großen Gefängnis, wir können
unser Leben nicht genießen. Tag für Tag kann
Frieden schwerer gefunden werden. Als Bewohner
von Bethlehem meine ich, dass der Frieden sehr
weit weg ist und nicht näher kommt.
18. Ich
bin ein Student, der in Bethlehem lebt, einem
besetzten Gebiet, das eingeschlossen ist von
einer Trennungsmauer und dennoch bekannt ist als
eine der wichtigsten und heiligen Städte in
Palästina, der Geburtsstadt von Jesus Christus.
Es gibt keinen Frieden im Land des Friedens,
denn Frieden ist Freiheit, und nicht
Trennungsmauer und Checkpoints. Zum Beispiel:
Ich kann nicht nach Jerusalem kommen, wenn ich
keine Erlaubnis habe. Ich möchte in Frieden
leben, die Trennungsmauer sollte weggeräumt
werden, es soll keine Massaker mehr geben, und
wir sollten eine neue und klare Beziehung zu
den Israelis haben.
19.
Seit 80 Jahren hat man uns den Frieden
versprochen. Ich bete für den Frieden. Aber
dieses Versprechen ist verschwunden, seitdem die
israelischen Soldaten den Olivenzweig
abgeschnitten und die Friedenstaube getötet
haben.
20. Es
ist für mich schwer zu sagen, was Frieden ist.
Ich bin aus Jerusalem. Andere Studenten haben
solches nicht empfunden. Jeden Tag wache ich
zwei Stunden vor dem Läuten der Schulglocke auf,
ziehe meine Uniform an und dann gehe ich zum
Checkpoint. Ich warte oft eineinhalb Stunden,
bis ich durchkomme. Die Israelis wollen keinen
Frieden. Wir sollten unsere Rechte auf Frieden
einfordern.
21.
Frieden ist aus meiner Sicht etwas, das man zu
Hause und von den Eltern lernt. Frieden sollte
im Herzen sein, und er soll zusammen zu denken
sein mit wahrer Liebe und Vergebung.
Eines
Tages fantasierte ich: Wie, wenn alle Menschen
ihre Nationalitäten vergäßen, und versuchten,
einander zu verstehen. Ich weiß, es ist
unmöglich, aber fantasieren ist doch erlaubt?
Wenn die Menschen vergäßen, um Land zu kämpfen
und anfingen, es zu nutzen und dafür zu
investieren? Mein Glaube sagt mir nicht, man
solle um Land kämpfen, denn das ist
materialistisch. Ich kämpfe um Freunde, Familie
… meine Leute. Mein Ziel ist es, sie zu lieben.
Wenn alle so denken, gäbe es keine Kriege.
(Anm.
der Übersetzerin: Unter den befragten Studenten
sind sicher auch Frauen, doch lässt sich das aus
der englischen Formulierung nicht eindeutig
festmachen.)
Übers.:
Gerhilde Merz |